Welten der Mystik

ATLANTIS

Das mystische Paradies so aktuell wie nie

von Antje Nagula

Es gibt ein Wort, dessen mystischer Klang in nahezu jedem Menschen eine Resonanz auslöst und damit eine verborgene Saite zum Klingen bringt. Und dieses Zauberwort heißt ATLANTIS! 

Was löst das Wort in Ihnen aus? Neugier? Sehnsucht? Furcht?

Tatsächlich wissen wir heute über Atlantis – nahezu nichts! Atlantis ist der Mythos eines Paradieses, das auf Erden irgendwann einmal existiert haben und durch Verrat und Manipulation untergegangen und in gewaltigen Fluten versunken sein soll. Der griechische Philosoph Platon hat ca. 400 v. Chr. in seinen Dialogen „Timaios“ und „Kritias“ über das Inselreich Atlantis geschrieben, hat detailgenaue Beschreibungen über seine Lage und Beschaffenheit abgegeben – die allerdings bereits zu seinen Lebzeiten schon angezweifelt wurden. Denn unstrittig ist, dass jenes versunkene Reich Atlantis eben bis heute nirgendwo auf der Erde gefunden wurde. Und gefunden wurde auch nichts, was die Existenz eines solchen Reiches generell überhaupt beweisen würde – zumindest nicht, wenn man die heutzutage gültigen, wissenschaftlichen Maßstäbe anlegt. 

Gefunden wird auf unserem Planeten allerdings immer mehr Rätselhaftes, dem sich die Wissenschaft bisher kaum stellen mag. Ich selbst bereiste vor einigen Monaten Peru und Bolivien. Staunend stand ich vor den gewaltigen Felsblöcken in Tiahuanaco und Puma Punku. In diesem Gestein finden sich Rillenstrukturen, die wie mit einem Messer geschnitten scheinen – und vollkommen unerklärlich für die Wissenschaftler ist es, mit welchen Werkzeugen jede bekannte vor uns existierende Hochkultur eine derartige Steinbearbeitung vorgenommen haben soll. 

Gefunden werden auch immer mehr Pyramiden rund um den Globus. Und verblüffend ist die Tatsache, dass die Pyramiden von Gizeh, die Pyramiden im Tal Xianyang in China und jene der Kultur Norte Chico in den Anden etwa zeitgleich entstanden sind – weit voneinander entfernt. Nun sollen gewaltige Pyramiden auf der Krim entdeckt worden sein und die Pyramiden in Bosnien werden erst noch viele ihrer Geheimnisse offenbaren. Der bekannte Geologe Dr. Heinrich Kruparz hat viele Stätten versunkener Hochkulturen weltweit bereist und ist aufgrund seiner Entdeckungen von der Existenz der atlantischen Hochkultur überzeugt. Ebenso der Schweizer Autor Erich von Däniken, der zeitlebens die These vertrat, dass viele dieser geheimnisvollen Monumente nur mit außerirdischer Hilfe erschaffen werden konnten. Dieses neue Gedankengut brachte die Welt der wissenschaftlichen Archäologie in Wallung. Aber Forschungsgelder scheinen offenbar nur dann bereitgestellt zu werden, wenn die vorherrschende Lehrmeinung bestätigt werden kann – und so warten viele dieser Ausgrabungsstätten noch immer darauf, ihre Geheimnisse der Welt zu offenbaren. Es bleibt zu hoffen, dass eine neue Generation von Wissenschaftlern bald bereit sein wird, neue Antworten auf uralte Fragen zu geben. 

Der Untergang von Atlantis soll von einer gewaltigen Flut ausgelöst worden sein, womit die Menschheit ihrer moralischen Verfehlungen wegen ausgelöscht wurde. Interessanterweise gibt es die Überlieferung einer großen Flut in den Mythen und Märchen nahezu aller Kulturen auf Erden. 

Aber vergessen wir nun einmal alle Versuche, die Existenz von Atlantis zu beweisen, sondern fangen wir einmal nur bei uns selbst an. Ist denn die tiefe Sehnsucht nach einem Paradies auf Erden denn nicht eigentlich schon Existenzberechtigung für Atlantis genug?

Stehen wir jetzt denn nicht wieder an einem Punkt, an dem menschliche Grausamkeit und Arroganz, mit wirtschaftlicher Notwendigkeit begründeter Irrsinn und eine immer menschenverachtendere Lebensweise geradezu nach einem Exodus der gesamten Menschheit schreien? Und diejenigen, die die Parallelen zu den letzten Tagen von Atlantis erkennen – was sollen oder können sie überhaupt tun, um das Schicksal diesmal umzukehren und den drohenden Exodus abzuwenden?

Nehmen wir den Mythos Atlantis einmal ernst: Gehen wir davon aus, dass es einst ein Paradies auf Erden gab, in dem alles Leben in friedlichem Miteinander im Gleichklang existierte. Ein Paradies, in dem nicht Erfolg, Macht, Geld und Besitz an erster Stelle der Werteskala stand, sondern die Entwicklung des eigenen, innewohnenden Potenzials eines jeden Menschen. Der Schutz jeden Lebens ist oberstes Gebot, denn in jedem Lebensfunken offenbart sich die unergründliche Allmacht des höchsten Lichtes und niemand hat das Recht, Leben auszulöschen oder einzuschränken, weder menschliches noch tierisches Leben. Mensch und Tier leben in gegenseitiger Achtung und die Menschen bringen sich in liebevoller Zuneigung unbedingten Respekt entgegen. Die innere Welt eines Menschen ist gleichbedeutend mit der äußeren Welt – es ist wichtig, sie für sich selbst zu erforschen um sich in allen Lebensbereichen mehr und mehr zu vervollkommnen. Die Erde wird als ein lebendiger Organismus betrachtet, dem Dank und Ehrerbietung zuteil wird dafür, dass er alles Lebensnotwendige zur Verfügung stellt. Und die Menschen leben mit den Engeln und den Göttern in einer Art mystischer Verbundenheit bei der sie direkt miteinander kommunizieren können. 

Noch unendlich könnte ich Ihnen die Visionen des atlantischen Paradieses beschreiben! Seine ganzheitlichen Heilweisen, die Verehrung des höchsten Lichtes in Gestalt des Symbols der Sonne und den hohen technischen Standard aufgrund angewandter Licht- und Tonkraft. Mancher von ihnen mag diese Visionen vielleicht als naive Spinnerei bezeichnen. Aber ich bin mir absolut sicher: Wir müssen den Weg zurück zu Atlantis gehen und diese Erde wieder zu einem Paradies werden lassen, damit ein Überleben in Würde für kommende Generationen überhaupt noch möglich sein wird!

Der Mythos Atlantis besagt, dass durch den Geheimnisverrat von Hochtechnologie die atlantische Kultur ihren eigenen Untergang ausgelöst hat und binnen einer Nacht verschwand. Heute besitzen wir auf der Erde nukleare Waffen in einem solchen Ausmaß, dass wir unseren Planeten und damit auch uns selbst von der Bildfläche des Universums in nur wenig mehr als einer Nacht zum Verschwinden bringen könnten. Natürlich will das niemand und kein verantwortungsvoller Politiker wird diese Waffen zum Einsatz bringen. Aber wie sehr Hass, Fanatismus und Verblendung einen Menschen verändern können, wird uns durch Terroranschläge und Filmberichte doch ununterbrochen vor Augen geführt. Wehe, wenn diese Waffen jemals in solche Hände geraten! Unsere Meere und die Wasserversorgung auf unserem Planeten steht am Rande des Abgrunds durch von Menschenhand verursachte Verschmutzung. Wir holzen die großen Regenwälder als grüne Lungen des Planeten ab, verunreinigen die Luft, die wir zum Atmen brauchen und berauben uns auf diese Weise langsam aber sicher der beiden wichtigsten Elemente, die wir als Menschheit zum Überleben brauchen: Wasser und Sauerstoff. Damit erzähle ich Ihnen nichts Neues – wir wissen das alles. Aber was TUN wir dagegen?! Fein säuberlich den Müll zu trennen, den Fernseher abzuschaffen um die Grausamkeiten nicht mehr sehen zu müssen und ansonsten von Liebe und Vertrauen zu reden: Das reicht nicht!

Alle bekannten, großen Hochkulturen sind untergegangen: Die Sumerer, die Inka, die Azteken, die Maya, die Mauren, die Römer, die Kelten, die Ägypter etc. Auf welcher Grundlage glauben wir eigentlich, dass uns dieses Schicksal nicht ereilen wird? 

Wir stehen jetzt am gleichen Punkt wie einst das legendäre Atlantis: Durch Missbrauch von Macht könnten wir uns als Menschheit schon bald vernichten. Aber wenn wir die tiefe Mystik von Atlantis begreifen – dann findet sich darin der Ausweg! Atlantis war ein Paradies, welches durch die Kräfte der Hölle vernichtet wurde: Neid, Gier, Machtmissbrauch, Verrat, Angst – all das war den Atlantern unbekannt. Sie hatten dem nichts entgegen zu setzen und waren ausgeliefert von dem Moment an, als die Herrschaft dieser dunklen Kräfte sichtbar wurde. Wir hingegen werden schon seit Jahrtausenden regiert von den Kräften der Hölle – wir kennen sie sehr gut und haben gelernt, mit ihrer Herrschaft zu leben. Unser großer Ausweg besteht darin, jetzt zurück zum Paradies zu gehen, dessen Existenz wir mittlerweile nur noch als einen Mythos betrachten – einen Mythos, der aber in uns eine tiefe Sehnsucht zurückgelassen hat! 

Vieles, was derzeit auf dieser Welt geschieht, weist uns bereits den Weg in Richtung Paradies. Die Flüchtlingsströme z.B. fordern uns zuerst einmal in unserer Menschlichkeit heraus und die Zinspolitik der Europäischen Zentralbank beweist uns, dass das goldene Kalb des Geldes kein Gott ist, auf den wir uns verlassen könnten. Zum Glück gibt es überall inzwischen vielversprechende Tendenzen. Überwältigend war die Bereitschaft der Bevölkerung, den ankommenden Flüchtlingen mit Sachspenden und ehrenamtlichen Leistungen zu helfen. Eine andere paradiesische Strömung ist die Vegan-Bewegung. Von einem Großteil der Gesellschaft besonders jetzt zur Grillsaison zwar noch immer spöttisch belächelt, aber von vielen jungen Leuten begeistert aufgenommen. Unter der Federführung des Berliner Bestsellerautors Attila Hildmann entstand eine unglaubliche Welle hin zu bewusster Ernährung ohne tierische Anteile. Wenn diese Welle sich noch weiter ausbreitet, wenn selbst „eingefleischten“ Sommergrillern dann irgendwann die Lust auf Schweinelende und Rindersteak vergeht, dann sind wir dem atlantischen Paradies, in dem jedes Leben kostbar und schützenswert war, schon ein gewaltiges Stück näher gekommen! 

Es ist notwendig, dass ein grundlegender Ruck durch unsere Gesellschaft geht. Dazu sollte sich jeder Einzelne zunächst einmal sich selbst zuwenden und sich der ihm innewohnenden Kraft und Macht bewusst werden. „Gnothi seauton – Erkenne Dich selbst!“ stand schon einst über dem Apollotempel von Delphi. Ein Mensch, der die ihm innewohnenden Fähigkeiten und Kräfte erkennt und achtet, der ist auch in der Lage, die Begabungen und Anlagen der anderen zu respektieren. Jedes Leben ist gleich viel wert. Das bedeutet z.B., dass die Schmerzen eines Kassenpatienten keineswegs geringer sind, als die Schmerzen eines Privatpatienten. Und dass eine Verkäuferin bei Aldi an der Kasse in punkto Menschlichkeit und Mitgefühl durchaus weiter entwickelt sein kann, als der Vorstandsvorsitzende eines DAX-Unternehmens. Allein auf die Werte kommt es an, welche eine Gesellschaft als Messlatte anlegt! Und die Werte, die immer noch bei uns vorherrschend sind, bedürfen dringend eines radikalen Wandels. Am Paradies von Atlantis sollten wir uns orientieren, wenn wir diesen Wertewandel herbeiführen. Der Mut eines jeden Einzelnen von uns, neue Wege zu gehen, neue Gedanken zu denken, neue Messlatten an Werten zu setzen ist gefordert! Auf diese Weise werden wir es schaffen, dass unsere Welt DIESMAL nicht untergeht, sondern als Atlantis neu entsteht! Unsere Sehnsucht nach diesem Paradies wird umso mehr wachsen, je grausamer und dekadenter unsere Welt wird. Diese Sehnsucht in uns wird irgendwann überhand nehmen und stärker werden, als unsere Angst. Und dann wird der Zeitpunkt gekommen sein, dass wir Atlantis endlich wieder zurück rufen! 

____________________________________________________________

Antje Nagula ist Dipl.-Sängerin und Tontherapeutin nach dem Nada Brahma System von Vemu Mukunda. Als solche führt sie u.a. auch individuelle Grundtonbestimmungen sowie Klangheil-Anwendungen durch. Informationen über die Arbeit von Antje Nagula finden Sie unter www.AbwUnMusic.de und fb.com/abwunmusic

 

(Erschienen in den Zeitschriften „Lebens-t-räume“ und „Fliege Magazin“, Ausgabe Juni 2016 zum Thema „Welten der Mystik“)